Die Sandhölle wartet

Pressemitteilung

Airborne-Fit-Run. Die Sandhölle wartet.

Mehr als 500 Teilnehmer haben sich für den Hindernislauf angemeldet.

Bümmerstede

Am Sonnabend, den 3. September heißt es auf dem Übungsplatz der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Bümmerstede „es ist angerichtet“. Dann wird dort zum sechsten Mal das Hindernisrennen der besonderen Art des Vereins „Airborne-Fit-Run e. V.“ ausgetragen.

Die abwechslungsreiche Strecke befindet sich auf einem Standortübungsplatz. Auf einer Gesamtlänge von etwa 20 km sind in zwei Runden mit jeweils mindestens 8 Hindernissen pro Runde zu überwinden. Es wartet eine Vielzahl von Bodenbeschaffungen auf euch. Es beginnt mit einer Rasenfläche, gefolgt von Sandboden. Der Übungsplatz ist eine herrliche, leicht hügelige Naturlandschaft mit leichtem Mischwaldbestand, der von vielen Naturwegen durchzogen ist. Es verspricht den einen ein abwechslungsreicher Erlebnislauf der besonderen Art zu werden und für die anderen ist es schlicht die „Sandhölle“.

Wir vom Verein„Airborne-Fit-Run e. V. sehen es sportlich und freuen uns, dass es bereits seit Ende Juni einen Teilnahme-Rekord gibt: „Die Marke von 500 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist geknackt und somit sind wir voll, aber wir freuen uns über zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer“, sagt Andrea Klose vom Organisationsteam. Diesmal sind sogar 36 Teams dabei – 11 beim Classic-Lauf und 25 beim Short-Lauf (siehe Infokasten). Die Teams bestehen aus vier Läufern, die zusammen das Ziel überqueren müssen.

Wettbewerbe

1.

Airborne-Fit-Run e.V. classic:

20 km (2 Runden á 10 km) mit je 8 Hindernissen

 

 

Alter Teilnehmer: ab 18 Jahre

2.

Airborne-Fit-Run e.V. short:

10 km (1 Runde) mit 8 Hindernissen

 

 

Alter Teilnehmer: ab 18 Jahren

3.

Airborne-Fit-Run e.V. junior:

10 km (1 Runde) mit 8 Hindernissen

 

 

Alter der Teilnehmer: 16/17 Jahre (Alter am Veranstaltungstag)

 

 

 

 

„Wir freuen uns, dass in diesem Jahr Stephan Albani (MdB) die diesjährige Schirmherrschaft zum Airborne-Fit-Run übernommen hat. Es ist eine besondere Ehre, die uns zu Teil wird.“

Aktiv mitmachen kann man nun leider nicht mehr, aber zugucken und die Läuferinnen und Läufer anfeuern oder sich Appetit für 2017 holen und schon Strategien überlegen? Eine Überlegung ist es allemal wert. Start des AFR “classic” über 20 km ist um 12:00 Uhr, der Start zum AFR “short” und “junior” über 10 km ist um 12:30 Uhr auf dem Standortübungsplatz an der Ecke Sandkruger Straße/Sprungweg. Die Hindernisse sind für die Zuschauer bequem zu erreichen, somit kann man an den einzelnen Stationen beobachten, wie sich die Athletinnen und Athleten ihrer selbst erwählten Quälerei stellen. Während dort geschwitzt, gekrabbelt und vielleicht auch geflucht wird, gibt es für die Kinder – auch jede Menge Spaß im Sand daneben. Also ein Familienausflugsprogramm der besonderen Art.

„Neben der sportlichen Leistung steht bei diesem Wettbewerb natürlich der Spaß im Vordergrund und wir freuen uns, wenn wir am Ende dieses ereignisreichen Tages viele müde und glückliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben. Dennoch dient das Rennen auch wieder einem guten Zweck“, betont Andrea Klose. Mit dem Startgeld und Spenden unterstützt der Verein stets regionale Projekte für Mensch und Tier sowie die soldatische Betreuung. Diesmal geht laut dem Verein je ein Drittel der gesammelten Spenden an

Natur-/Umweltschutz: Storchenstation, Berne,

das Kinderhospiz, Oldenburg

und als Dank für die Nutzung des Standortübungsplatzes Bümmerstede einem soldatischen Zweck zu. Ein konkreter Spendenzweck steht noch nicht fest. „Dieser Betrag wird über die Gemeinschaft der Kommando-Soldaten dazu beitragen, in geeigneter Form Menschen zu helfen, die unter den Folgen ihres militärischen Einsatzes leiden“, so der Verein.

Veranstalter

Der Verein Airborne-Fit-Run e.V. ist der Veranstalter des Airborne-Fit-Run e.V., der 2016 das 6. Mal in Oldenburg stattfindet. Unser Org.-Team besteht aus ehrenamtlichen und sportbegeisterten Helfern, die aus unterschiedlichster Motivation den Airborne-Fit-Run e.V. möglich machen.

Veranstaltungszweck

Der Airborne-Fit-Run e.V. ist auch in diesem Jahr ein Wohltätigkeitslauf. Der Erlös der Veranstaltung wird folgenden Spendenzwecken zugeführt: gemeinnützige Einrichtungen für Menschen, Tierschutzprojekte und soldatischer Betreuung. Dabei stehen für uns Projekte aus unserer Region im Vordergrund.

Termin Samstag, 3. September 2016

Start: 12:00 Uhr AFR “classic” 20 km

Start: 12:30 Uhr AFR “short” und “junior” 10 km

Ort

Standortübungsplatz Oldenburg-Bümmerstede

Ecke Sandkruger Straße – Sprungweg

26133 Oldenburg

Der Personalwerbetrupp stellt vor

Das Kommando Spezialkräfte

 

Das Kommando Spezialkräfte – kurz KSK – ist im baden-württembergischen Calw, ca. 30 km südwestlich von Stuttgart, stationiert. Das KSK wurde 1996 zur weltweiten Durchführung von Spezialeinsätzen aufgestellt.

 

Es gliedert sich in den Stab, die Einsatzkräfte, den Unterstützungsbereich, Bereich Weiterentwicklung und den Bereich Ausbildung. Die Einsatzkräfte sind das Herzstück des KSK, sie sind in 4 Kommandokompanien und eine Spezialkommandokompanie gegliedert.

Jede Kommandokompanie besteht aus 5 Zügen, die jeweils für einen Einsatzraum (Land, Wasser, Luft, Gebirge) ausgebildet sind. Die Spezialkommandokompanie gehört zu dem Bereich Kampfunterstützung welche im Schwerpunkt die Kommandokompanien mit Schlüsselpersonal, (Spezialaufklärung, Luftunterstützung, Kampfmittelräumung und K9 /Hunde) unterstützt.

Diese können bei Bedarf weltweit Spezialkräfteoperationen durchführen.

 

Jeder Kommandotrupp besteht aus vier Kommando-feldwebeln. Jeder hat eine von vier besonderen Fertigkeiten als Waffen- u. Taktikspezialist, Spezialist für Pionierwesen, Sanitätsspezialist oder Spezialist für Fernmelde- und Informationstechnik. Ihre Aufträge führen sie stets gemeinsam durch – im TEAM.

 

 

Aufgaben des KSK

 

Zu den besonderen Aufgaben gehören u.a.:

 

• Retten und Befreien aus Geiselsituationen

und Gefangenschaft

• Festsetzen von Zielpersonen

• Schutz von Personen und Einrichtungen in besonderen Situationen

• Gewinnen von Schlüsselinformationen in

Krisen- und Konfliktgebieten

• Kampfeinsätze gegen Hochwertziele

• Abwehr von terroristischer Bedrohung

• Zusammenarbeit und Ausbildungsunterstützung in Aufnahmestaaten

 

 

Anforderungen an den Kommandosoldaten

 

• körperlich leistungsfähig

• teamfähig

• lernwillig

• psychisch belastbar und willensstark

• stresstabil

• verantwortungsbewusst und verschwiegen

• in geordneten sozialen Verhältnissen lebend

 

 

Bewerbungsvoraussetzungen

 

Allgemein:

• deutsche Staatsangehörigkeit

• keine Vorstrafen

• charakterlich, körperlich und geistig geeignet

• fallschirmsprungtauglich und fallschirmsprungwillig

• uneingeschränkt außendienstfähig

 

Offiziere, Unteroffiziere m.P und Unteroffiziere o.P.:

• Offiziere bis 30 Jahre; UmP bis 32 Jahre und UoP bis 28 Jahre

 

Zivile Bewerber und Mannschaften:

• Alter 17 bis 27 Jahre

• Realschulabschluss bzw. gleichwertiger Bildungsstand

oder

• Hauptschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung

 

 

Ihre Chance

 

Wir bieten

• eine der interessantesten, vielseitigsten und professionellsten Ausbildungen, die die Bundeswehr zu bieten hat

• Zusammenarbeit mit international bekannten Spezialeinheiten und Polizeikräften

(US Special Forces, SAS, GSG 9 und vielen anderen)

• modernste Ausbildungseinrichtungen

• Ausbildungs- und Übungsphasen im Ausland

• Professionalität auf hohem internationalen Niveau

• modernste Bewaffnung und Ausrüstung

• verkürzte Beförderungszeiten

• Kommandozulage

• Prämiensystem

 

 

Auswahlverfahren KSK

 

Eignungsfeststellungsverfahren Teil I (1 Woche)

• Computer Assisted Testing (CAT) und Psychologische Auswahltests

• Überprüfen der körperlichen Leistungsfähigkeit

- Physical Fitness Test (mind. 3 Punkte pro Einzeldisziplin, mind. 20 Punkte gesamt);

- 5 Klimmzüge im Ristgriff

- 500 m Schwimmen in max. 15 min

- Überwinden der Hindernisbahn (Feldanzug, Helm) in max. 1:40 min

- Fallschirmsprungturm

(diese oben genannten Anforderungen sind Mindestleistungen die der Bewerber erfüllen muss)

 

10-wöchiges Vorbereitungsprogramm zur Vorbereitung auf den zweiten Teil

 

Eignungsfeststellungsverfahren Teil II (8 Tage)

• 7 km Geländelauf in Feldanzug mit 20 kg Gepäck in max. 52:00 min

• Überleben und Durchschlagen unter extremen Belastungen (1 Woche)

 

SERE / CAC Lehrgang (3 Wochen)

• davor Kommandogrundlagenausbildung (8 Wochen)

 

Nach erfolgreichem Bestehen des gesamten Auswahlverfahrens erfolgt die Versetzung zum KSK.

 

 

Ihr Weg ins KSK

Für zivile Bewerber und Mannschaften:

 

• Teilnahme an der Eignungsfeststellung für die Feldwebellaufbahn in einem Zentrum für Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr

• Einstellung als Kommandofeldwebelanwärter am „Ausbildungszentrum spezielle Operationen“ in Pfullendorf. (01.01., 01.04., 01.07. und 01.10. jeden Jahres)

• 36-monatige Ausbildung zum Kommandofeldwebelanwärter / Fallschirmjägerfeldwebelanwärter.

• Dabei: Teilnahme am Auswahlverfahren KSK

• Bei bestehen Auswahlverfahren: Versetzung ins KSK und Beginn der Kommandoausbildung

• Bei Nichtbestehen: Einsatz als Fallschirmjäger-feldwebel in der Division für Schnelle Kräfte

 

 

Basisausbildung

zum Kommandosoldaten

 

• Dauer: 2 Jahre

• Ort: Ausbildungs- und Versuchszentrum KSK in Calw, Truppenschulen des Heeres, Spezialverbände und Ausbildungseinrichtungen anderer Spezialkräfte im In- und Ausland

• Ausbildung in Kommandokampf und Kommandokampftaktiken

• Fallschirmspringen, Nahkampf, Reaktionsschießen, Sprengen, Ausbildung an ATV´s, Sturmbooten, Ski-Doo`s etc.

• Spezielle Sanitätsausbildung

• Überleben in extremen Klimazonen:

Wüste, Dschungel, Arktis

• Spezialisierung auf eine Verbringungsart in einem unserer Spezialzüge (Land, Luft, Wasser, Hochgebirge)

• individuelle Spezialisierung als:

Waffen-, Spreng-, Fernmelde- oder Sanitätsspezialist

 

 

Bewerbung

 

Offiziere, Unteroffiziere m.P., Unteroffiziere o.P:

• Bewerbungsbogen beim KSK anfordern oder Mustervordruck aus GAIP 34-06-00

• Eine Ausfertigung über den nächsten Disziplinarvorgesetzten an Ihre personalbearbeitende Stelle, zweite Ausfertigung an das KSK – Leiter Personalwerbung.

 

 

Link für aktive Soldaten:

http://160.9.25.65/gaip4/index.php?title=GAIP_BAPersBw_Abt_IV_-_KeNr_34-06-00

 

 

Link für zivile Bewerber/Bundeswehr Beratungsstellenfinder:

http://mil.bundeswehr-karriere.de/portal/a/milkarriere/!ut/p/c4/DcexDYAwDATAWVgg7unYAmiQjV7BSgjRE8j6oKtOVvkVfT1q86tollmW3Ufr4fSclHQQwQ_C0EF7SgwVvDcDtf2TmqbhA9CbB5Q!/

 

 

 

General a.D. Hans Heinreich Dieter

Bundeskanzlerin Merkel hatte im September 2015 keinen Plan zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Dann entwickelte sie zusammen mit der EU den fragwürdigen Flüchtlings-Deal mit der Türkei, obwohl sie wusste, dass Erdogan ein unzuverlässiger und schwieriger Partner ist. Einen Alternativplan hat Merkel nicht entwickeln lassen.

 

Inzwischen entwickelt sich die Türkei zu einer Präsidialdiktatur mit eingeschränkter Meinungs- und Pressefreiheit sowie abhängiger Justiz. Die jetzige türkische Anti-Terror-Gesetzgebung wird derzeit missbraucht, um Journalisten, Akademiker und Erdogan-kritische Bürger ins Gefängnis zu stecken. Die Türkei entwickelt sich damit weg von den Beitrittskriterien der EU, sie erwägt die Todesstrafe einzuführen und provoziert damit selbst das Aussetzen oder den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen. Rechtsstaatliche Prinzipien werden momentan in der Türkei nicht mehr eingehalten und deswegen ist die Türkei in ihrem derzeitigen Zustand auch kein sicherer Drittstaat, in den Flüchtlinge zurückgeschickt werden können.

 

EU-Kommissionspräsident Juncker fasst das so zusammen: „Die Türkei - in dem Zustand, in dem sie jetzt ist - kann nicht Mitglied der Europäischen Union werden; vor allem nicht, wenn sie das täte, was einige anmahnen - nämlich die Todesstrafe wieder einzuführen. Dies hätte den sofortigen Abbruch der Verhandlungen zur Folge.“ Und trotzdem hat Juncker erneut keinen Plan B und will die Beitrittsverhandlungen fortführen sowie am Flüchtlings-Deal festhalten: „Ich sehe nicht, dass es jetzt von Hilfe wäre, wenn wir einseitig der Türkei bedeuten würden, dass die Verhandlungen zu Ende sind.“ Und keiner in der EU denkt offenbar überhaupt daran, die Fördergelder in Milliardenhöhe an die „Beitrittskandidatin“ Türkei einzufrieren. Das ist unverantwortliche Verschwendung von Steuergeldern für die Weiterführung einer Farce.

 

Kanzleramtsminister Altmaier hat keinen Plan B und lehnt ihn sogar ab. Dabei wäre es seines Amtes, Alternativpläne für die, an sich qua Amt „richtlinienkompetente“, Kanzlerin zu entwerfen. Altmeier ignoriert aber die Erpressungsversuche, die Drohungen, die Propaganda sowie die Beleidigungen Erdogans und äußert die Überzeugung, dass der EU-Flüchtlings-Deal mit der Türkei Bestand haben wird: „Es gibt keinen Grund für einen Plan B.“ Das kommt einer unverantwortlichen Realitätsverweigerung gleich.

 

Dass sich SPD-Außenminister Steinmeier im Zusammenhang mit der Ostpolitik aber auch mit der Türkei der politischen Realität permanent verweigert und sich in nichtssagenden Phrasen und Floskeln gefällt, um die „Gesprächsfäden nicht abreißen zu lassen“, ist sattsam bekannt. Dass aber Realitätsverlust und wertevergessenes Verhalten, Unterwürfigkeit und Willfährigkeit - umschrieben mit der Vokabel „Diplomatie“ zum deutschen politischen Markenzeichen werden, ist neu.

 

Wenn „Diplomatie“ zur reinen Wortakrobatik verkommt wie bei unserem deutschen Außen-Illusionisten Steinmeier, dann wird sie unsinnig bis wirkungslos. Außenminister Steinmeier sollte versuchen, den Realitätsbezug hinter den Forderungen des österreichischen Bundeskanzlers Kern und dessen Außenministers Kurz, die Beitrittsgespräche mit der Türkei auszusetzen, zu verstehen. Es ist aber wahrscheinlich, dass Steinmeier in seiner ideologischen Verblendung diesen politischen Ansatz nicht begreift und deswegen gilt es zu hoffen, dass Österreich ein Veto gegen die Eröffnung weiterer Kapitel in den Beitrittsverhandlungen und damit gegen die Fortführung einer solchen politischen Farce einlegt. Die EU und die Türkei verhandeln seit 2005 über einen Beitritt. Seitdem hat sich die Türkei im Hinblick auf die Erfüllung der Kriterien für einen Beitritt trotz der EU-Milliarden an „Heranführungshilfen“ gemäß der letzten Fortschrittsberichte zurückentwickelt.

 

Der Realitätsverweigerer Steinmeier ist allerdings politisch nicht allein. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, meint: „Ich fände es verantwortungslos, wenn wir in dieser akuten Situation die bisherigen Beziehungen zur Türkei komplett aufgeben würden, ohne zu wissen, wohin wir wollen.“ Da hat sie recht, denn keinen Plan zu haben, ist politisch verantwortungslos. Wenn sie aber fordert, dass Europa die aufgeklärten, demokratieorientierten Türken, die sich auf die EU verlassen hätten, nicht im Stich lassen dürfe, dann schaut sie an der Realität vorbei, denn die demokratie- orientierten Türken werden demnächst - wenn sie nicht als „Terroristen“ verhaftet wurden - aus der Präsidialdiktatur des Möchtegern-Sultans Erdogan fliehen und in Deutschland Asyl beantragen. Und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, Elmar Brok (CDU) warnt: „Ein sofortiges Aussetzen der Verhandlungen wäre heute diplomatischer Unsinn.“ Wenn aber reine Wortakrobatik-Diplomatie gegenüber dem machtversessenen, chauvinistischen und autokratischen Erdogan unsinnig ist, dann warnt Brok vor unsinnigem Unsinn - das macht keinen Sinn!

 

Die deutsche Politik sollte sich der Tatsache stellen, dass weder Putin noch Erdogan Partner der westlichen Welt und der EU sind oder sein wollen, denn sie verhalten sich eher wie Gegner. Auch mit Gegnern müssen unter den Bedingungen der Globalisierung und geopolitischen Herausforderungen Gespräche und Verhandlungen geführt sowie Kompromisse geschlossen werden. Das darf aber nicht dazu führen, dass eigene Werte, Prinzipien und Grundsätze des vermeintlichen „lieben Friedens willen“ hintangestellt werden.

 

Skrupellose Machtmenschen wie Putin und Erdogan missverstehen unterwürfiges Entgegenkommen als Schwäche, die es auszunutzen gilt. Nicht anders sind die Erpressungsversuche Erdogans zu werten. Putin und Erdogan wissen, dass nur konsequentes politisches Handeln, einschließlich der Bereitschaft Sanktionen zu verhängen, zum Erfolg führt. Deswegen hat Putin nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die Türkei Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt und Pauschalreisen russischer Touristen in die Türkei unterbunden. Es dauerte nicht lange, bis Erdogan zu Kreuze gekrochen ist.

 

Deswegen ist es gut, dass die EU-Sanktionen gegen Russland - unabhängig von der realitätsfremden Meinung Steinmeiers und der SPD - an die vollständige Umsetzung des Minsker Friedensabkommens gekoppelt sind. Steinmeier hingegen hat den Schwerpunkt des deutschen OSZE-Vorsitzes mit der verbalen Bewältigung des Ukraine-Konflikts verbunden. Seine diesbezüglichen „Gesprächsfäden“ waren bisher wirkungslos.

 

Es ist bedauerlich, dass wir derzeit politisch so fragwürdig und wenig erfolgreich vertreten werden.